DIY-Projekt: ein Leinenbrett für Hundezubehör

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Es ist mal wieder soweit: mir ist langweilig. Ich konnte die letzten zwei Wochen so einige Todos abhaken, die lange auf der Liste standen und habe zudem übers Wochenende endlich eine Werkbank gekauft und aufgebaut, die ich schon so lange für DIY-Projekte haben wollte. Das nächste Projekt kann also direkt vorbeikommen. Und was mache nun? Den ganzen Tag putzen kommt definitiv nicht in die Tüte und nach zwei Ladungen selbstgebackenen Irish Scones kann auch keiner mehr welche sehen 😀

Natürlich bin ich dann – mal wieder – bei Pinterest versackt und tatsächlich auf etwas gestoßen, das ich bei Freunden gesehen und richtig toll gefunden habe: ein Leinenbrett für das ganze Hundezubehör. Nach einer kurzen So-schwer-kann-das-doch-nicht-sein-Phase habe ich mich dann auch gleich durch den Online-Shop des Baumarkts meines Vertrauens geklickt und mir die entsprechenden Materialien zur Abholung im Markt reserviert. Zwei Stunden später – die Wartezeit habe ich mir mit Scones und einem Buch vertrieben – konnte ich dann meine Bestellung abholen und direkt loslegen 🙂

DIY-Leinenparkplatz

Die Planung: Was brauche ich?

Natürlich habe ich mir vor der Bestellungen ein paar Gedanken gemacht, was das Leinenbrett „können“ muss, also was da alles drangebaumelt werden muss. Da ich einen Fabel für Hundezubehör habe – wer hätte es gedacht?! – habe ich für meine Hündin mehr als eine Leine und außerdem verschiedene Halsbänder und Geschirre für alle möglichen Aktivitäten. Die sollten bestenfalls alle einen Platz am Leinenbrett finden sowie leicht aufzuhängen und abzunehmen sein, denn schließlich will ich ja unnötige Zeit damit verbringen, die Leinen zu entwirren oder Halsbänder wieder zu verstauen. Es sollte also in erster Linie nützlich und übersichtlich sein.

Beim Leinenbrett selbst habe ich mich für ein Brett unbehandelter Wildeiche entschieden, an dem an den Seiten noch die Baumrinde dran ist, damit es etwas natürlicher und auch rustikaler aussieht. Da ich mir noch nicht sicher bin, ob es nicht irgendwann einmal eingebrannt oder einen farbigen Anstrich bekommen soll, fand ich das so eine gute Grundlage für spätere Anpassungen. Bei der Befestigung habe ich mich für zwei Rundhaken entschieden, die bei zwei Schlitzhaken eingehängt werden. Klar, ich hätte das Brett auch einfach mit langen Schrauben direkt an der Wand befestigen können, aber ich wollte mir die Option offen halten, dass ich das ganze Konstrukt auch einfach wieder von der Wand nehmen kann, um es weiter auszustatten, umzugestalten oder auch einfach zu reinigen. Dadurch kann ich ohne Schrauben und großen Aufwand das Brett von der Wand nehmen, so oft mir danach ist, oder Schrauben oder Dübel in der Wand abzunutzen.

Für die Ausstattung habe ich von einem Freund drei Augplatten bekommen, die ursprünglich aus dem Bootssport kommen und auch für Deckenbefestigungen genutzt werden. Ihr müsst natürlich deswegen nicht extra zu einem Bootsausstatter, da man sie auch beim handelsüblichen Baumarkt erhalten kann 😉 In meinem Falle eignen sie sich super dafür, die Leinen einfach mit dem Karabiner dort einzuklicken und somit aufzuhängen. Da Leinen ja für gewöhnlich etwas länger sind, müssen die Augplatten recht weit oben am Brett angebracht werden, damit nach unten hin genügend Platz ist.

Über den Augplatten wollte ich gerne ein kleines Brettchen befestigen, damit so etwas wie ein Leckerli-Beutel o.ä. auch seinen Platz findet. Natürlich könnten man diesen auch an einem Hakten oder einer Augplatte einklicken, aber bei mir hat er nur einen Plastikclip, der ausleiern würde – außerdem soll er ja nicht in Reichweite des Hundes hängen, denn ihr wisst ja, was dann mit den Noms passiert 😛

Weiter unten am Leinenbrett wollte ich gerne Platz für Halsbänder und Geschirre haben. Für die Halsbänder habe ich normale Möbelgriffe geholt, wie man sie an Schubladen oder Schranktüren nutzt. Sie bieten die Möglichkeit, die Halsbänder darumzubinden, oder oben reinzustecken (Beispiel weiter unten). Für die Geschirre habe ich am untersten Rand einfach zwei Doppelhaken geplant, da dort die Geschirre nach unten aushängen können und nicht im Weg sind.

Das sollte für dem Anfang ja erst einmal ausreichen, dachte ich mir. Also zack online, Baumarkt-Webshop, reserviert und abgeholt 🙂 Es kann also losgehen!

Die Umsetzung: von Einzelteilen zum Parkplatz

Zuallererst habe ich oben im Querschnitt des Bretts zwei Löcher eingezeichnet und mit einem 4er-Holzbohrer vorgebohrt, damit die Rundhaken leichter reingedreht werden können. Danach haben ich den Abstand dazwischen gemessen und mithilfe einer Wasserwaage die beiden Punkte ordentlich an der Wand markiert. Nun ging es auch schon an mein geheimes Hobby: das Bohren mit einem Schlagbohrer. Ich weiß, das klingt echt komisch und man würde es mir vielleicht nicht sofort abkaufen, aber ich liebe es! Als wir im September in unser Haus gezogen sind, war ich die Schlagbohrer-Beauftragte und hatte einfach riesigen Spaß dabei 😀

Nun aber zurück zum Thema: Die Löcher mussten in die Wand. Gesagt, getan. Dübel rein, anschließend die beiden Schlitzhaken hinterher und natürlich auch die Rundhaken in die Vorbohrungen im Brett drehen. Nach einem kurzen Test, ob es da auch so hängt, wie ich es mir vorgestellt habe, geht es nun auch an die Ausstattung. Zuerst habe ich das Brettchen mithilfe der Wasserwaage angezeichnet, als das Leinenbrett noch an der Wand gehangen hat. Dann runter damit und auf eine Ablagefläche damit, um wieder die Löcher vorzubohren (ebenfalls mit dem 4er Holzbohrer, ihr könnt aber natürlich auch einen anderen nehmen, da der Durchmesser sich ja nach den Schrauben richtet). Anschließend einfach das Brett drehen und mit vorgehaltenem Brettchen die zwei Schrauben (am besten mit flachem Kopf) in die vorgebohrten Löcher schrauben. Hält wie eine 1 – großartig!

Der nächste Schritt beinhaltet die Augplatten, die super leicht anzubringen sind. Einfach auf das Brett legen und mit zwei Schrauben befestigen (es kann vorgebohrt werden, muss aber in dem Falle nicht sein). Diese bringe ich direkt unter dem Ablagebrettchen an, da ich ja eher nach unten hin Platz für das Aushängen der Leinen benötige. Meine Assistentin hat alles im Blick und unterstützt mich natürlich, wo sie kann 😉

Im unteren Drittel sollen nun ja die Möbelgriffe angebracht werden, für die ich mit einem 5er-Holzbohrer die Löcher durch das Brett gebohrt habe. Dann nur noch Schrauben durchschieben und in den Griff drehen, das ist doch easy, dachte ich mir – mööööp, falsch! Die Schrauben, mit denen die Griffe befestigt werden müssen (sehr schmales Gewinde, daher passte keine andere), sind leider zu kurz, um einmal durch das Brett und in den Griff hineinzureichen. Was nun? Ich muss die Schrauben nun irgendwie hin im Brett einlassen, damit sich der Weg durch das Holz verkürzt und sie die passende Länge haben. Nach einem Erste-Hilfe-Telefonat mit meinem Vater (der kann wirklich alles, Wahnsinn!), bin ich kurzerhand ins Auto gehüpft und habe mir sein Forstnerbohrer-Set abgeholt. Ich habe damit noch nie gearbeitet, aber hey, so schwer kann das ja auch nicht sein. Zu meiner sehr positiven Überraschung war es wirklich sehr leicht. Passenden Aufsatz des Forstnerbohrers auf den Akkuschrauber gedreht und so nun ca. 0,5 cm tief hineingebohrt. Schrauber zur Seite, Schraubenlänge vom Griff getestet (Mist, noch ein Stück fehlt) und dann noch einmal ca. 2 mm tiefer gebohrt – et voilà, es passt! Das ganze durfte ich dann noch einmal machen, da ja ein zweiter Griff angebracht werden sollte.

Schließlich fehlten nur noch die beiden Doppelhaken, die, ähnlich den Augplatten, ganz einfach mit je einer Schraube angebracht werden konnten.

Das Fazit: Parken erlaubt?

Es war endlich soweit, das Leinenbrett aka der Leinenparkplatz hatte endlich seinen ersten Auftritt. Hingehängt, ein paar Schritte zurück und angeschaut: I love it!

Alles in allem muss ich sagen, dass so ein Leinenbrett echt leicht selbstzumachen ist und sehr individuell ausgestattet werden kann. Wenn jetzt noch die eine oder andere Leine dazukommt, kann ich einfach nachrüsten. Wenn mir die Optik nicht mehr passt, male ich es einfach an oder brenne es ein. Die Art der Aufhängung würde ich, wie oben geschrieben, immer wieder so wählen, da ich es als großen Vorteil sehe, das Brett jederzeit schnell aus- und einzuhängen.

Was ich im Nachhinein nicht noch einmal so machen würden, wären die Möbelgriffe. Klar, es sieht gut aus und ich nutze sie ja auch, aber für einen nicht voll ausgestatteten Werkstattbesitzer ohne Forstnerbohrer-Set ist das Anbringen kaum möglich, wenn man nicht ein super dünnes Brett dafür nutzt. Aber: es hat sehr viel Spaß gemacht, den Aufsatz auszuprobieren (es wird sicher nicht das letzte Mal sein) und so bin ich auch eine Erfahrung reicher.

Ich kann für den ganzen Krimskrams, den man als Hundebesitzer so hat, so ein Leinenbrett wirklich sehr empfehlen, denn es ist

  • total nützlich, weil man schnell an das benötigte Zubehör kommt.
  • sehr aufgeräumt und macht optisch was her (wenn man mal aussortiert, was ich noch machen sollte xD).
  • übersichtlich und bietet die Möglichkeit, Leinen nach einem verregneten Gassigang direkt zu trocknen.

Es gibt sicher noch mehr Argumente dafür, also probiert’s gerne aus, lasst euch bei Pinterest & Co. inspirieren und baut euch passend für eure Wünsche den perfekt unperfekten Leinenparkplatz 😉

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