Weihnachtsspecial „Dinner with friends“ – Die Geschichte vom Reh und dem Fail

Ho, ho, ho… Christmas time is show! Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, drehen wir zur Weihnachtszeit so richtig auf 😬 Denn: alles ist bunt, es gibt so viele leckere Dinge zu essen und wie jedes Jahr schallt Last Christmas durch jeden Radiosender und begleitet die Weihnachtseinkäufe in den Läden. Nicht schon wieder, denkt ihr? Und ob! Was wäre Weihnachten ohne die alljährlichen Kitschlieder?!

 

Wie auch im letzten Jahr haben wir dieses Mal wieder ein paar Freunde eingeladen, um gemeinsam ein schönes und vor allem leckeres Weihnachtsessen zu kochen. Im vergangenen Jahr standen bei uns super leckere Ziegenkäse-Pies, Lachsfilet unter Kartoffelkruste und verboten gute Kirschbrownies auf der Speisekarte. Dieses Mal sollte es, neben unserer vegetarischen Vorspeise, als Stargast Reh geben. Noch nie zubereitet, aber hey… irgendwann ist immer das erste Mal! Der Termin wurde also überraschend schnell gefunden, das Menü hungrig zusammengestellt und der Einkauf in einem Rutsch abgehakt. Nun heißt es nur noch: Lasset den Gaumenschmaus beginnen 🤤

 

Es waren einmal…

… ein paar hungrige Mägen und ganz viele Ideen. In unserem eigens eingerichteten Gruppenchat flogen die Vorschläge nur so durch die Gegend… nein, ganz so schlimm war es nicht, aber ein paar tolle Gerichte waren schon mit dabei. Was wir uns eigentlich vorgenommen hatten und was dann später dabei rauskam, ist hier aber wirklich spannend und irgendwie amüsant. Hier also erst einmal das Menü:

1. Die Vorspeise

Was geplant war: Romanesco mit einer Pflaumen-Balsamico-Rotwein-Reduktion

Was daraus geworden ist: Romana mit einer leichten Vinaigrette und Ciabatta-Brot

2. Der Hauptgang

Was geplant war: Wildgulasch vom Reh mit Parmesan-Klößen und karamellisierten Möhren

Was daraus geworden ist: Rehgulasch mit Pfifferlingen und Nicht-so-ganz-Parmesan-Klößen

3. Das Dessert

Standhaft bis zum Schluss: Gestürzter Pflaumen-Thymian-Kuchen

 

Warum das so gekommen ist? Nun ja, zum einen war die Umsetzung das Problem als solches. Der Mann und ich waren brav einkaufen und standen verdutzt beim Fleischer, als der kein Rehfleisch mehr hatte… und nun?! Na ja, dann musste halt das gute alte TK-Fleisch her 😳 So zog es sich dann auch mit den Pflaumen weiter durch – im Winter gibt es ja bekanntlich keine frischen Pflaumen mehr… Dadurch hatte sich die Pflaumen-Reduktion erledigt. Ach ja, und wusstet ihr, wie Romanesco aussieht? Ja? Ich nicht 😀 Als ich dann endlich drauf kam, fiel uns auf, dass es diesen auch nicht mehr gab und die bis zum geplanten Essen so langsam Zeit knapp wurde. Ok, was macht man in so einem Fall – richtig, ebenfalls improvisieren. So kam es dann zu Romana und der Vinaigrette 😇

Nun aber genug genörgelt und endlich „Butter bei die Fische“, wie die Oldenburger gerne sagen! Ab geht’s ans Eingemachte…

 

Die Vorspeise – Eine verwirrte Variation

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Nachdem der Einkauf abgeladen und alle Gäste da waren, wurden die Fronten der Teams geklärt und Rezepte verteilt. Während es dem Rehgulasch beim Hauptgang schon an den Kragen ging, haben wir den Romana schlichtweg gerupft, gewaschen und angerichtet. Auch das Ciabatta kam schon in den Ofen. Die Vinaigrette war dieses mal von der Bio-Marke unseres Vertrauens – Schwund gibt es ja überall, nicht wahr?

Der Hauptgang – Improvisation vom Feinsten

Uiuiui, was für ein Pfusch, äh, Improvisation meine ich natürlich! Obwohl quasi in Sichtweite die Rehe im Tierpark grasen, mussten wir uns mit TK-Rehgulasch begnügen. Zum Glück gibt es sowas und das Fleisch sah auch echt gut aus. Eine vernünftige Alternative. Ein klitzekleines Problem gab es allerdings: wenn man am späten Nachmittag einkaufen geht, ist das Fleisch leider noch ziemlich eisig, wenn man es kurz später schon zubereiten will. Was tun? Mikrowelle oder eiskalt in die Pfanne? Wir haben uns für die Pfanne entschieden, was sicher gut war, denn sonst wäre das Fleisch sicher zäh geworden. So haben wir in der Pfanne darauf eingehackt, um die Fleischstücke zu trennen und es quasi nebenbei rundherum angebraten. Das ganze wurde dann mit Portwein abgelöscht und simmerte anschließend in Rotwein vor sich hin. Okay, zwischendurch haben wir nochmal jedes Stück einzeln geteilt und die Schnittkanten neu angebraten. Wir haben doch Zeit… Warum der Aufwand? Damit das Fleisch beim Kochen saftig bleibt, natürlich. Ob das tatsächlich sinnvoll war, sei jetzt mal dahin gestellt, aber der Erfolg gibt uns Recht. Das in der Pfanne aufgetaute Tiefkühlreh war nämlich tatsächlich erstaunlich zart. Absolut empfehlenswert!

 

Dazu gab es Pfifferlinge – natürlich TK, war ja sowas wie das Motto des Abends 😀 Und dazu Perlzwiebeln. Ach nee, die waren auch nicht zu finden. Nicht mal TK. Na ja, normale Zwiebeln tun es notfalls wohl auch.

Aber das Highlight sollten die Parmesanklöße werden. Im Vorfeld hatten wir übrigens die ganze Zeit über Parmesanknödel gesprochen und beide eigentlich Klöße gemeint. Wir verstehen uns halt. Die Idee war eigentlich ganz einfach. Wir nehmen fertigen Knödel-, äh… Kloßteig nehmen. In die Klöße ein Stück Parmesan einarbeiten, so kochen und die fertigen Klöße in geriebenen Parmesan wälzen – danach kurz anbraten. Klingt doch eigentlich ganz gut, oder? Nein, tut es nicht! Blöde Idee!

Fehler Nummer 1: Boah, müssen die Klöße lange ziehen. Aus der Männerecke hört man langsam schon das Wort Hunger – „Hier Schatz, nimm noch etwas Brot.“

Fehler Nummer 2: Großer Kloß, viel zu kleines Parmesanstück. Im fertigen Kloß war das Stück weder zu schmecken, noch zu sehen. Das blöde Ding zeichnet sich ja nicht mal farblich ab. Daumengroß meint wohl den ganzen Daumen, nicht nur Fingernagelgröße…

Fehler Nummer 3: Parmesan schmilzt beim Braten. Was jetzt auf den ersten Blick ganz logisch erscheint, hat es leider nicht in unsere Planung geschafft. Bis zum Wälzen sah noch alles super aus. Danach… nicht so. Eher so fester Käsepfropfen an jedem 3. Kloß. Optisch jetzt nicht so der Hit. Geschmacklich übrigens auch nicht. Diese Idee war dann eher perfekt unperfekt. Vielleicht den Parmesan das nächste mal direkt in den Zeug ein einarbeiten. Diese Idee bekommt so leider erstmal einen Daumen runter.

Insgesamt war der Hauptgang aber überraschend lecker: das Fleisch hatte während der einstündigen Kochzeit richtig schön den Geschmack von Wein und Port angenommen. Ein Träumchen! Das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Mal schauen, was das Dessert so kann.

 

 

Das Dessert – Gestürzte Leckerei

Während der Hauptgang in Arbeit war, durfte auch schon der Gestürzte Pflaumen-Thymian-Kuchen zubereitet werden, denn dieser muss noch für fast eine Stunde in den Backofen. Die Zutaten für eine Springform sind auch recht überschaubar.

Zu allererst haben wir den Ofen vorgeheizt, einen Teil der Butter (ca. 60 g) in die Springform gelegt und hineingestellt. Während die Butter vor sich hinschmolz, haben wir frischen Thymian gehackt und die Pflaumen aus dem Glas gefischt. Ist die Butter geschmolzen, wird die Form rausgenommen, geschwenkt (damit sich die Butter verteilt) und 70 g brauner Zucker gleichmäßig darüber verstreut. Wir wollen hier beim Dessert  ja nicht kalorienarm anfangen, oder? Genau! Danach werden die Pflaumen in konzentrischen Kreisen – ja genau, konzentrisch bitte! – darauf verteilt und alles an die Seite gestellt.

Nun kann auch schon der Teig angerührt werden. Dazu wiege ich 170 g Butter und 200 g Zucker (Hälfte weiß & braun) ab, belade damit die Kitchen Aid und lasse sie nach dem Hinzufügen vom Abrieb einer Zitrone alles schaumig schlagen. Danach gebe ich 2 Eier und 1 TL Vanilleextrakt dazu. Während alles zu einer gleichmäßigen Masse verrührt wird, mische ich ein einer separaten Schüssel 190 g Mehl, 1 TL Backpulver, 1/2 TL Backnatron, 1/2 TL Salz und den vorhin gehackten Thymian. Nun kommt davon die Hälfte zur Butter-Zucker-Ei-Mischung in die Kitchen Aid, gefolgt von der Hälfte der Creme Fraîche. Ist ein gleichmäßiger Teig entstanden, dürfen der Rest der Mehl-Mischung sowie der Creme Fraîche hinzu, die dann netterweise alles verrührt.

 

Es geht auch schon in den Endspurt! Der Teig kann nun gleichmäßig in der Springform verteilt werden, in der ja schon die Pflaumen auf der Butter-Zucker-Mischung warten. Nun kommt die Form für ca. 40-50 Minuten bei 175 Grad Ober-/ Unterhitze in den Ofen. Nach Ablauf der Zeit wird einmal mit einem Holzstäbchen probgegepiekst, das Ergebnis abgenickt und der Kuchen herausgenommen. Nach ca. 10 Minuten Abkühlphase wir er auf ein Gitter gestürzt und die Form vorsichtig abgenommen. Et voilà, das war’s 🙂

Nun musste er nach dem leckeren Hauptgang nur noch angerichtet werden, worauf sich der Dessert-Magen schon so richtig freut! Der Kuchen sieht jedoch nicht so ganz wie auf dem Bild vom Rezept aus, aber so what – wir sind hier ja definitiv nicht perfekt,  wie ihr sicherlich schon gemerkt habt. ABER: Die Kombi aus Thymian und Zitrone schmeckt einfach großartig zusammen mit den Pflaumen – so lecker, das jemand (ich nenne hier keine Namen) sogar drei Stücke gegessen hat… trotz Vorspeise und Hauptgang 😛

Trotz der vielen Fallstricke und Fails hatten wir einen leckeren und echt lustigen Abend. Bleibt uns nur noch zu sagen: Daumen hoch, satt zurücklehnen und den Abend ausklingen lassen 🙂

 

 

von Juliane & Claudia

 

 

 

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