Fail des Monats – Oktober: kämpferische Kürbis-Gnocchi mit Salbeibutter

Die Kürbissaison hat mich – wie in jedem Jahr – wieder unheimlich motiviert, etwas Neues zu probieren. Vor laaanger Zeit bin ich auf ein Rezept für selbstgemachte Gnocchi gestoßen, das ich unbedingt ausprobieren wollte. Keine Zeit, keine richtige Lust und schon wurde nichts draus…

Kürzlich bin ich dann aber auf ein KitchenStories-Rezept für Kürbis-Gnocchi mit Salbeibutter gestoßen und dachte mir: „Ach, das probierst du nun aber mal aus. So schwer kann das nicht sein.“  Das Rezept wirkte definitiv machbar und so viel kann da ja nicht schief gehen, oder?

 

Übermut tut selten gut, sagt man ja… oder?

Zu Beginn lief alles super. Der Kürbis (Danke dafür an meine liebste Nachbarin!) ließ sich ohne Probleme aushöhlen, in Würfel schneiden und in den Ofen verfrachten. Auch die Vorbereitung und das Kochen der Kartoffeln war wie gewohnt und schnell erledigt. Soweit, so gut 💁🏼

Doch wir wären hier ja nicht beim Fail des Monats, wenn nicht irgendetwas – oder dieses Mal recht viel – schief gehen würde. Wie bereits in vorherigen Beiträgen erwähnt, besitze ich keinen Stabmixer, den man laut Rezept nun nutzen sollte. Hochmütig, wie sonst auch, wollte ich meinen Standmixer nutzen, denn der hatte ja immerhin auch schon einige Jahre den nicht vorhandenen Stabmixer ersetzt. Tja, die Rechnung hatte ich leider ohne den gebackenen Kürbis gemacht… Schon beim Pürieren des Kürbisses scheiterte ich maßlos: der Standmixer begann fürchterlich zu qualmen und es stank so richtig verkohlt! Das war es wohl mit dem Gerät – das erste Opfer musste dran glauben.

Meine ganze Hoffnung lag nun im Allzweckwunder Kitchen Aid… Ich habe also möglichst alles vom Fast-Kürbispüree herausgekratzt und in die Schüssel geprökelt – was für eine Arbeit (es ist ja nicht so, dass man an alle Ecken um das Drehmesser kommt)! Mit dem Knethaken habe ich dann auf mittelhoher Stufe den Kürbis und die restlichen Zutaten miteinander verknetet. Die Masse war zwar nun nicht so schön glatt und ohne Stücke wie angegeben, aber immerhin was es eine Masse 😀 Auch an dieser Stelle ist mir etwas passiert, dass vorher eher selten der Fall war: ich hatte einige Zutaten gar nicht vorrätig! Warum ich dennoch Gnocchi angefangen habe, obwohl ich nicht alles dafür da hatte? Keine Ahnung, da hatte ich wohl nicht aufgepasst… Der Mann hat mich natürlich ordentlich ausgelacht… nicht nur, wegen der bisher vorgefallenen Problemchen, sondern auch, weil es mittlerweile schon nach 20:00 Uhr war und noch immer kein fertiges Essen in Sicht war.

Aber was soll’s, die Motivation war immerhin ja vorhanden und das zählt doch, oder? Nun gut, zu ändern war es in dem Moment sowieso nicht, daher hieß es improvisieren, bitte. Also Tschüss zu Ricotta, Maisgrieß, Kümmel und der Hälfte des Parmesans 😀 Überraschenderweise sah das Resultat gar nicht so schlecht aus (ich hatte noch etwas Hartweizengrieß gefunden), sodass ich mich mit neu gewonnener Zuversicht an das Kneten für den Teig gewagt habe. Schnell waren die Teigwürste gerollt und die Küchenzeile inkl. Geräte und mir ordentlich mit Mehl eingesaut. Auch das Abknipsen der Gnocchis habe ich schnell und einfach hinter mich bringen können.

Doch das so toll beschriebene „Rollen über die Gabelzinken“ klappte nicht so wirklich. Kurz habe ich mich damit abgemüht, hübsche Gnocchis wie aus dem Kochbuch zu zaubern… als das nicht so ganz klappte habe ich es, von Zeit und Hunger getrieben, einfach so gemacht wie es eben ging. Leicht frustriert habe ich sie dann ins kochende Salzwasser geschubst – verdient! – und mich anschließend dem noch ausstehenden Rest zugewandt.

 

Endspurt um 20:35 Uhr – hopp, hopp!

Viel war nun zum Glück nicht mehr zu machen, sodass der Endspurt angesagt war. Die fertigen Gnocchi, die leider nun etwas überkocht waren, durften schließlich zur Butter in die Pfanne, in der sie angebraten wurden.  Dann kamen die Salbeiblätter und der Speck dazu, die ebenfalls angebraten wurden. Auch die Walnüsse, von denen ich ebenfalls zu wenige zuhause hatte (ich konnte langsam ein Muster erkennen…) kamen mit hinein. Nun noch Abschmecken – et voilà!

Sowohl das Essen, als auch ich selbst, waren um ca. 21:00 Uhr dann auch fertig. Geschmeckt hat es überraschend gut und der Mann war trotz der langen Wartezeit zufrieden, wenn auch mit einem Schmunzeln. Also für’s nächste Mal eine Erinnerung an mich selbst: bitte alle Zutaten einkaufen (oder nicht an einem Sonntag rumprobieren) und unbedingt einen neuen Standmixer & Stabmixer kaufen 😀

Trotz des Fails auf voller Linie: es war wirklich lecker, eigentlich leicht machbar und in der Kürbissaison eine schöne Idee 😉 Trotz meines Versagens also ein leckeres Rezept der Saison!

 

Die Zutaten für 4 Personen:

  • 1 kg Hokkaidokürbis
  • 20 Blätter Salbei
  • 70 g Walnüsse
  • 150 g gewürfelter Speck
  • 300 g Kartoffeln
  • 200 g Kartoffelmehl
  • 8 EL Maisgrieß
  • 50 g geriebener Parmesankäse
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Ricottakäse
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Olivenöl
  • 50 g Butter
  • Salz, Pfeffer, gemahlener Kümmel & Muskatnuss, Mehl

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

von Juliane
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