Osho-Meditation – Einmal alles abschütteln bitte

Wer mich im echten Leben kennt, weiß vermutlich auch, dass ich in den letzten Monaten Erlebnisse und Emotionen gesammelt habe, die mindestens für zwei Jahre reichen. Dadurch, dass bei mir einmal alles auf den Kopf gestellt wurde, haben aber auch andere Dinge mehr Raum in meinem Leben bekommen. Vermutlich ist alles, was nicht fest angeschraubt war, beim Auf-den-Kopf-Stellen rausgefallen und es war wieder Platz zum Atmen. Lasst mich bitte kurz diese schöne Metapher feiern … Danke – fertig!

So. Zu den konkreten Veränderungen zählt definitiv der sehr viel größere Raum, den meine yogische Praxis mittlerweile in meinem Leben einnimmt. Damit einher gehen meine täglichen (naja, fast täglichen) Meditationen, die ich sehr genieße (naja, die ich überwiegend genieße). Obwohl ich einfache Meditationen in Stille sehr mag, tut es gut Zeit und Raum zu haben, andere Dinge auszuprobieren.Claridad- Vive mejor

Jetzt ist Hannover nicht unbedingt als spirituelles Zentrum bekannt. Aber ein paar Kleinode, mit ganz besonderen Menschen gibt es doch. Eines davon habe ich persönlich im Movenyo gefunden. Ein wundervoller Ort für Tanz, Bewegung, Yoga und vieles mehr. Regelmäßig bietet die Inhaberin Stephannie Stewart in ihrem Studio in der Nordstadt Schüttelmeditationen nach Osho an. Und das ist genau so abgefahren wie es klingt.

Schüttelmeditation – was ist das?

Schütteln? Werfen wir da jetzt wild Arme und Beine durch die Gegend? Tut das weh? Sollte ich besser Kontaktlinsen tragen? Was zieht man zu sowas denn an? So richtig viel konnte ich mir unter Schüttelmeditation jetzt erstmal nicht vorstellen. Wollte ich aber auch nicht. Ich habe mich gezielt nicht vorher schlau gemacht, was mich konkret erwarten. Das ist aber auch nicht nötig, weil Steffi einfach immer ganz toll in ihre Workshops einführt. Sie beginnt den Kurs mit einer kurzen Einführung zum Wirken und Leben von Osho, den Hannoveraner sonst sicher nur aus der Baggi kennen. Spoiler: ja, es gibt einen Zusammenhang. Stephie erklärt auch genau, was uns erwartet. Und mit der ihr eigenen herzlichen und offenen Art, räumt sie jeden Zweifel aus dem Weg, dass das hier irgendwie komisch werden könnte.

Zur Schüttelmeditation nach Osho gehört eine ganz bestimmte Musik, die in den vier Teilen jeweils anders ist. Die Musik ist schon eher speziell und schwer zu beschreiben. Die Meditation dauert eine Stunde und besteht aus vier 15-minütigen Teilen. Schütteln, Tanzen, Hören, Liegen. Das ist der generelle Ablauf. Wobei die Ausgestaltung durchaus individuell ausfällt. Das Schütteln ergibt sich eher organisch aus dem Bedürfnis heraus bestimmte Körperteile schütteln zu wollen – oder eben auch nicht. Auch der Tanz entsteht eher aus dem Bedürfnis heraus sich zur Musik bewegen zu wollen. Es bleibt also völlig mir selbst überlassen wie stark und gering das Schütteln ausfällt. Vielleicht zuckt ja auch nur der kleine Finger, wer weiß. Hören und Liegen ist dann nicht mehr ganz so individuell, wobei die Teilnehmer ganz unterschiedlich auf die einzelnen Teile reagiert haben, besonders auch auf den Teil mit dem Hören.

Insgesamt, ist es aber total harmlos. Die Brille kann auf jeden Fall aufbehalten werden, zieht einfach irgendwas an und blaue Flecken wird es auch nicht geben 😉

Und, wie war’s?

Was ich total verrückt fand, war, dass sich durch die Meditation hinweg bei mir plötzlich ganz verschiedene Emotionen zeigten. Stephie hatte das vorher zwar schon angekündigt, dass man während der Meditation in einem Moment vollkommen glücklich sein kann und sich im nächsten Augenblick wütend oder traurig oder was-auch-immer fühlt. Das zu hören ist die eine Sache, es aber dann tatsächlich zu erleben ist eine ganz andere Nummern. Wirklich erstaunlich, was bei der Schüttelmeditation alles passieren kann. Aber das gehört dazu. Und das wichtige: es vergeht wieder. Zwischendurch war ich mit einem Mal richtig wütend. Also so richtig, mit Fuß aufstampfen wollen und so, was sicher mit meinem Jahr zu tun hat. Am Ende war ich aber wieder ganz friedlich, keine Sorge! Trotzdem – voll verrückt!

Das Spannende ist, dass es jedes Mal anders ist. Je nach aktueller Verfassung und Gemütszustand kann die Meditation ganz anders wahr genommen werden. Es lohnt sich also, das Ganze mehrmals zu probieren. Ich habe mich übrigens ordentlich geschüttelt. Und ich hatte wirklich das Gefühl jetzt aber ordentlich was abgeschüttelt zu haben. Sehr befreiend war das. Aber auch aufwühlend . Insgesamt einfach eine echt einmalige Erfahrung. Aber das muss ja nicht so bleiben. Prinzipiell kann das Ganze auch zu Hause praktiziert werden. Man braucht ja nur die Musik. Aber, ganz ehrlich? Wer nimmt sich dafür schon eine Stunde Zeit? Ich nehme es mir jetzt ganz fest vor, aber wir wissen wohl alle, wie gut das laufen wird … Besser, einfach mal im Movenyo vorbei schauen! Das wird auf jeden Fall nicht meine letzte Schüttelmeditation gewesen sein.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s