Das erste Mal Jersey an der Overlock – Kleid Coco von Pattydoo

Was kann man nie genug im Schrank hängen haben? Ja, okay. Eigentlich alles. Aber in diesem spezifischen Fall meine ich Kleider. Und dieser Sommer hat es nun wirklich verdammt gut mit uns gemeint. Und seitdem bei mir endlich wieder ein bisschen Ruhe eingekehrt ist, habe ich auch wieder Lust zu nähen. Wie praktisch, dass ich bereits Anfang letzten Jahres genau zu diesem Zweck Stoff gekauft hatte… – okay, ich glaub wir wissen alle, was da wirklich passiert ist. Ruhe, jetzt! Ich bin eben eine Stoffsammlerin.

Mir hatte es nicht nur der Schnitt, sondern vor allem auch das Muster vom Kleid Coco von Pattydoo angefangen. Grafische Muster finde ich eh immer super. Und ich habe doch tatsächlich einen Stoff gefunden, der zumindest sehr ähnlich ist, wie der im Nähbeispiel. Nachdem ich sehr erfolglos probiert hatte Jersey auf meiner normalen Nähmaschine zu vernähen (einfach nicht machen!) landete das Schätzchen erstmal im Schrank. Spulen wir vor – anderthalb Jahre und eine Overlock-Maschine später. In meinem neuen Nähzimmer kann ich mich endlich so richtig ausleben und das Kleid und der Stoff fielen mir wieder ein. Der Schnitt ist so harmlos, den habe ich dann auch als erstes Jersey-Projekt für meine Overlock auserkoren.

Jersey ist für mich noch sehr ungewohnt. Schon das Zuschneiden empfand ich als ziemliche Herausforderung. Bei dem grafischen Muster fiel es extrem auf, dass der Stoff irgendwie nie richtig lag und es immer zu einem kleinen Versatz kam. Aber ist schon in Ordnung. Perfekt ist eh nur was für Perfektionisten.

img_20180622_200613

Beim Zusammennähen von Innen- und Außenstoff kam dann direkt meine Unkenntnis über den Umgang mit meiner Overlock zu tragen. Ich war mir lange nicht sicher, wo der Stoff auf der Stichplatte entlang geführt werden muss, damit die 0,7 cm Nachtzugabe eingehalten werden. Obwohl ich es dutzende Male mit Stoffstreifen ausprobiert habe, passte irgendwie immer nicht. Das Ergebnis war dann, dass ein Stoff immer leicht umgeklappt ist. Das Messer ist bei mir immer unten. Ich traue mir noch selbst nicht!

img_20180622_201112

Aber egal. Die Nähte sahen hübsch aus, das mache ich doch jetzt nicht wieder alles auf! Das gewellte ging mit ordentlich Dampf auch wieder weg. Es ging dann auch zügig weiter. Ich war wirklich überrascht, wie einfach es war den Tunnelzug für die geflochtenen Träger zu nähen. Das hat echt Spaß gemacht und das Ergebnis finde ich super.

Dann hörte der Spaß leider auch direkt schon auf. Raffen ist okay. Hab ich ja beim letzten Weihnachtskleid-Sew-Along schon einmal üben dürfen, deswegen wusste ich zumindest, was ich tun muss. Aber der Unterschied der Stoffbreiten war wirklich groß. Ich musste ewig und drei Tage daran rumzuppeln bis ich Ober- und Unterteil endlich auf einer Breite hatte. Das Zusammen nähen hat auch nicht so richtig geklappt. Mir sind ständig die drei Stofflagen verrutscht, so dass ich zwischendrin immer wieder kleine (oder größere) offenen Stellen hatte, die ich dann noch nachträglich schließen musste. Das war echt nervig! Und so ganz gleichmäßig verteilt ist die Raffung wohl auch nicht…

Und dann der Gummi. Was für ein K(r)ampf! Also erstmal war die angegebene Länge des Gummibands wirklich viel zu kurz. Keine Ahnung, ob ich mich irgendwo vermessen habe, aber selbst bei maximaler Dehnung hätte die Länge nicht gereicht. Stecken konnte ich eh vergessen. Nachdem ich es trotzdem erfolglos probiert hatte, brauchte ich erstmal dringend ein paar Tage Pause. Die Kater waren vom Gummiband eh so fasziniert, dass an weiternähen nicht zu denken war…

img_20180709_222650

Frischen Mutes habe ich mich dann doch noch an den Gummi gewagt. Schließlich sollte das fertige Kleid mit in den Urlaub. Ich habe dann einfach keine bestimmte Länge abgeschnitten, sondern den Gummi beim Annähen maximal gezogen. Das fand ich anfangs logistisch schwierig zu händeln. So sieht es jetzt innen leider auch aus. Das Band ist jetzt nicht unbedingt überall vollständig festgenäht. Schließlich habe ich es aber doch geschafft das Band fertig einzunähen. Es kratzt auch nichts und die Weite in der Taille hat sich deutlich reduziert. Ich finde es trotzdem noch deutlich zu weit in der Taille. Wenn ich den schnitt nochmal nähe, dann mindestens eine Größe kleiner. Aber für diesen heißen Sommer war es perfekt so.

IMG-20180726-WA0043

Fehlte nur noch der Saum und die erfrischende Erkenntnis, dass Nähen mit der Zwillingsnadel echt unproblematisch ist. Mit dem Ergebnis bin ich insgesamt doch sehr zufrieden. Nur an der Weite muss ich, wie gesagt, noch feilen.

IMG-20180726-WA0046

Was haltet ihr von meinen ersten Gehversuchen an der Overlock?

IMG-20180726-WA0049

Advertisements

2 Thoughts

  1. Ich warte auf meine erste Overlock-Maschine, die auch gleichzeitig Nähmaschine sein soll… Und habe so gar keine Ahnung! Bin gespannt, was dann bei mir so rauskommt. Aber sich an Jersey zu wagen, das wird vermutlich sehr lange bei mir dauern! 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Meine normale Nähmaschine hat auch so eine Art Overlockstich. Aber mit nur 2 Fäden wird das ja nichts. Das Problem beim Jersey ist vor allem der fehlende Obertransport. Wenn deine Maschine das hat, kannst du es sicher auch mit Jersey probieren. Nur Mut!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s