Vegane Schokomuffins mit Himbeertopping

Ich bin keine Veganerin. Ich bin nicht mal Vegetarierin. Trotzdem gibt es bei uns im Schnitt nur 1-2 mal in der Woche Fleisch. Wenn ich mir das Angebot in der Kantine bei uns anschaue, ist das in Deutschland aber wohl eher nicht die Regel. Ich hege auch durchaus Sympathien für Fleischalternativen und komplett tierfreie Gerichte. Was nicht heißt, dass ich nicht auch gerne Burger essen gehe (super, jetzt habe ich Hunger!). Flexitarier oder bewussten Fleischkonsum nennt man das dann, denke ich. Wenn meine Ernährung ein Label benötigt, dann finde ich mich in dieser Beschreibung ganz gut wieder.

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Veganes Backen, wie geht das überhaupt?

Im Dezember habe ich bei The Bird’s New Nest, ein veganes „Backbuch“ gewonnen. Wohoo! Weihnachten fing für mich schon früh an. Mit der Thematik veganes Backen habe ich mich bisher noch nie auseinander gesetzt. Kochbücher sind ja so eine Sache im Zeitalter von Blogs und Pinterest. Ich habe meine Kochbücher eigentlich nur noch als Anschauungsmaterial. Echte Rezepte hole ich mir mittlerweile dann doch lieber bei Pinterest. Aber die Bilder in dem Buch sahen alles so lecker aus, dass ich das unbedingt probieren wollte. Und wann hat man schon mehr Zeit für solche Experimente als in diesem Zeitvakuum zwischen Weihnachten und Neujahr?

Meine erste Erkenntnis: vegane Kuchen haben gar nichts mit Backen zu tun. Ist eigentlich auch logisch. Was soll sich da beim Erhitzen auch groß verbinden, wenn keine Eier oder Milchprodukte enthalten sind. Stattdessen härten Teig und Kuchenfüllungen im Kühlschrank aus. Dazu eignet sich hervorragend die Verwendung von Kokosöl, das ja bereits bei Raumtemperatur fest wird. Außerdem werden verschiedene aufquellende Samen verwendet, die dann Füllungen Festigkeit geben – Chia kennt mittlerweile wohl jeder. Auffällig beim ersten Stöbern im Buch war vor allem, dass viel selbst gemacht wird. Vor allem Nüsse müssen selbst gemahlen werden. Meine Küche ist zum Glück gut ausgerüstet, aber es wird extra darauf hingewiesen, dass ein Standmixer möglichst aus Plastik, statt Glas sein sollte, da Glas bei den zum Mahlen benötigen Umdrehungen springen würde. Kurz angefasst – Mist, meiner ist aus Glas. Naja, wird schon werden. Perfekt unperfekt.

Einfach loslegen war aber nicht. Erst einmal mussten die ganzen verrückten Zutaten her, die sich sicherlich in einem veganen Haushalt finden, in meiner Küche aber nicht unbedingt bzw. nicht in den erforderlichen Mengen gelagert werden. Okay, Walnüsse und getrocknete Datteln habe ich vielleicht noch da. Aber Flohsamenschalen und Kokosmehl liegen hier nun wirklich nicht rum. Also erst einmal einkaufen.

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Die zweite Erkenntnis/Überraschung: auch mein Supermarkt um die Ecke hat alles was man zum veganen Backen so benötigt. Und das am hannoverschen Stadtrand. Vegan ist anscheinend doch überall. Und schließlich die dritte Erkenntnis – wenn auch keine wirkliche Überraschung: man ist das teuer! Gut, man braucht von den einzelnen Zutaten jetzt natürlich in der Regel nur einen Bruchteil. Aber Eier, Weizenmehl und Butter sind trotzdem deutlich günstiger – auch in der Bioversion.

Veganes backen – man, das dauert vielleicht

Beim Durchsehen des Buchs haben mich sofort die Schokomuffins mit Himbeercreme angesprungen. Die sahen echt verdammt lecker aus. Und ich liebe Himbeeren! Als ich endlich alle Zutaten beisammen hatte, ging es sofort an die Zubereitung. Zuerst war der Teig dran. Dazu mussten als erstes eine ganze Menge Walnüsse gemahlen werden. Das habe ich mit dem Handmixstab gemacht und es hat tatsächlich ohne weitere Probleme funktioniert. Ein bisschen hat es zwar gedauert, aber nach wenigen Minuten hatte ich eine schöne homogene Masse. Das wird was!  Die restlichen Zutaten zusammen schmeißen und verrühren.

Dann ging es auch schon mit den Fragen los: Ist das jetzt so richtig? Der Teig ist jetzt aber schon ganz schön fest. Soll das so? Habe ich was vergessen? Ach ja, die Dattelpaste. So viel zugeben „je nachdem, ob der Teig zu trocken oder zu feucht ist“. Das hilft mir jetzt nicht so richtig. Keine Ahnung, wie fest zu fest oder zu wenig fest ist! Nachdem ich den Teig probiert habe, war allerdings ziemlich schnell klar, dass da noch gaaaanz viel Dattelpaste rein muss. Ich bin ja sonst immer die Erste, die sich über zu viel Süßes beschwert, aber der viele Kakao war mir dann doch eine Nummer zu heftig. Nachdem ich dann die maximale Menge an Dattelpaste untergemischt hatte, war der Teig deutlich mehr „teigig“ und auch nicht mehr so kakao-bitter. Übung macht den Meister! Mir hätte es trotzdem enorm geholfen, einfach ein Bild des Teigs zu haben um eine grobe Vorstellung zu bekommen, was da von mir erwartet wird.

Den Teig habe ich dann brav in die Muffinformen gedrückt und ab in den Kühlschrank damit. Die Herstellung der Himbeercreme lief dann leider nicht mehr ganz so einfach. Die Cashewkerne wollten sich einfach nicht zu einer Paste zerhäkseln lassen. Was mit den Walnüssen so einfach ging, wollten die Cashews einfach nicht mit sich machen lassen. Am Ende habe ich entnervt aufgegeben und es stückig gelassen. Ganz ohne Powermixer scheint es wohl doch nicht zu gehen. Es ging dann leider auch nicht besonders erbaulich weiter. Es sollen für das Himbeertopping alle Zutaten vermixt werden. Hier ist mein Problem damit: die Himbeeren sind gefroren. Wenn ich da jetzt das gewünschte geschmolzene Kokosöl dazu gebe, wird das Öl selbstverständlich auf einen Schlag wieder fest und es auch nach gründichem mixen – mit meinem zugegeben suboptimalen Stabmixer bleiben kleine Flöckchen. Das sieht nicht übermäßig gut aus.  Und fest ist die Creme auch nicht geworden. Bei der Masse an Flüssigkeit haben sie paar Flohsamenschalen nicht gereicht. Ich habe mich ordentlich Chia zugegeben bis die Masse endlich fest wurde. Besonders cremig und einheitlich ist die Himbeermasse dann auch nicht geworden. Insgesamt eher stückig. Optisch auf jeden Fall schon mal kein Highlight.

Die Himbeercreme. Man erkennt so kleine durchsichtige Flocken, da das Kokosöl wieder hart wird.

Und wie schmeckt das jetzt?

Oh, aber der Geschmack! So … verdammt … lecker. Die einzelnen Zutaten kann man ganz toll raus schmecken und die Konsistenz ist auch angenehm. Der Mann war ganz begeistert und hat gleich 2 Stück verdrückt. Das hat er dann aber ziemlich bald bereut, weil die Muffins durch die Masse an Nüssen wirklich sehr satt machen. Geschmacklich stehen die veganen Muffins der „normalen“ Version in nichts nach. Aber es ist einfach extrem aufwändig.

Allein die Wartezeit von 6 Stunden ist mir schon zu anstrengend. Für jedes Mal ist mir das eindeutig zu viel, aber um jemanden eine Freude zu machen ist es genau das Richtige! Ich werde auf jeden Fall noch mehr aus dem Buch ausprobieren und ich freue mich schon darauf!

Habt ihr schon mal vegan „gebacken“? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

 

von Claudia

4 Kommentare zu „Vegane Schokomuffins mit Himbeertopping

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  1. Das ist zu viel Aufwand. Danke für deine Erfahrung. Ich habe bis jetzt einmal bewusst vegan gebacken und es wurde ein leckerer Kuchen mit Kokosmilch, Dosenmandarindn und Kokostopping. Es war alles Pi mal Daumen und das Nachbacken hat nicht so gut geschmeckt.

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