Weihnachtsbäckerei: Die perfekte 3-Rezepte-Kombi für süße Feiertage

Ich backe für mein Leben gerne! Vor allem in der Weihnachtszeit kann ich mich nicht lange zurückhalten. Zugegeben: es ist mir schon passiert, dass ich bereits im November Kekse gebacken habe – Schande über mein Haupt! In diesem Jahr habe ich es aber geschafft, mich bis zum Dezember zurückzuhalten und habe direkt mit einer 3-Rezepte-Kombi in die Weihnachtsbäckerei gestartet 🙂 Passend also für den 3. Advent!

Warum 1 Sorte, wenn man auch 3 haben kann?

Jedes Jahr habe ich so meine typischen Rezeptlieblinge, die ich auf jeden Fall einmal backe – das sind: Vanillekipferl, Schwarz-Weiß-Gebäck und Mürbeteigkekse. Die Rezepte dafür habe ich vor langer Zeit von meiner Oma bekommen und seither in Ehren gehalten. In diesem Jahr bin ich jedoch auf ein Special von Kitchen Stories gestoßen, bei dem einige Weihnachtsrezepte vorgestellt worden sind – unter anderem Rezepte für die eben genannten Kekse. Da kam mir der Gedanke, die Rezepte doch einmal mit den unschlagbaren Rezepten meiner Oma zu vergleichen. Haben die „Neuen“ überhaupt eine Chance? Oder schmecken sie gar nicht merkbar anders? Das ist definitiv einen Testlauf wert! Die Auflösung dazu findet ihr im Fazit 😉

Folie1

 

Dem Mehl an den Kragen

Ausgesucht habe ich mir die Vanillekipferl und das Schwarz-Weiß-Gebäck, da ich diese direkt mit Omas Rezepten vergleichen konnte. Als drittes Rezept habe ich mich für die Engelsaugen entschieden, um die Sache abzurunden. Ich liebe einfach Marmelade jeglicher Art und in Kombination mit Keksen könnt ihr euch meine Freude darüber sicherlich vorstellen – lange überleben solche süßen Dinger hier nicht. An dieser Stelle möchte ich darum bitten, das Kalorienzählen von nun an besser zu vernachlässigen… ich sage nur „ganz viel Butter“ … das sollte genug erklären 😛 Nun aber erst einmal zu den Rezepten:

Die Vanillekipferl
60 g Vanillezucker
130 g Butter (weich)
145 g Mehl
70 g Mandeln (gemahlen)
1 Vanilleschote (Mark)
30 g Puderzucker
Das Schwarz-Weiß-Gebäck
200 g Margarine (aufgeteilt)
300 g Puderzucker (aufgeteilt)
1 Päckchen Vanillezucker
560 g Mehl (aufgeteilt)
110 ml kaltes Wasser (aufgeteilt)
20 g Kakaopulver
Die Engelsaugen
200 g Butter (weich)
100 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
¼ TL Salz
2 Eigelbe
1 TL Vanilleextrakt
200 g Mehl
80 g Stärke
100 g gemahlene Mandeln
1 Ei
2 EL Milch
120 g Marmelade

Lasset die Sauerei beginnen

Wenn ich backe, sieht die Küche immer aus wie sau! Ich versuche ja schon aktiv nicht so viel mit dem Mehl rumzuwerfen, aber irgendwie gelingt es mir nie. Aus weiser Voraussicht habe ich also schon meine Schürze um und den Besen an der Seite stehen. Die Katzen stehen schon freudig bereit und warten auf das Mehl, in dem sie liebend gerne spielen.

Folie2

Zuerst einmal sammle ich alle Zutaten zusammen, die ich für die zwei Rezepte brauche – da kommt einiges zusammen! Aufgrund der Ruhezeiten im Kühlschrank fange ich mit dem Schwarz-Weiß-Gebäck an, da beide Teigteile je 10 Minuten in den Kühlschrank und dann noch fertig geschichtet für 20 Minuten in den Tiefkühlschrank müssen.

Da ich einen direkten Omi-KitchenStories-Vergleich möchte, richte ich mich hier ganz natürlich nach dem Rezept. Während ich bei Omas Rezept eine große Teigmasse zusammenrühre und dann eine Hälfte mit Backkakao einfärbe, werden bei der Variante von Kitchen Stories zwei Teige erstellt. Gut, dann eben so 🙂 Ich wiege also zuerst die Zutaten für die helle Teigmasse ab (100 g weiche Margarine, 150 g Puderzucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 280 g Mehl, 40 ml kaltes Wasser) und werfe alles in die Kitchen Aid, die die Masse für mich knetet. Danach knete ich von Hand eine Kugel daraus und packe sie ich Frischhaltefolie eingewickelt in den Kühlschrank. Das gleiche wiederhole ich mit dem dunkeln Teig (280 g Mehl, 20 g Kakaopulver, 100 g weiche Margarine, 150 g Puderzucker, 70 ml kaltes Wasser), die ebenfalls in den Kühlschrank wandert.

Während der helle Teig schon zum Ausrollen aus der Kälte darf, lasse ich den dunklen Teig noch ein bisschen drin. Zuerst rolle ich die helle Masse auf einer bemehlten Fläche aus, bis sie ca. 1 cm dick ist. Das gleiche wiederhole ich anschließend daneben mit der dunklen Masse. Leider habe ich hier beim Rezept ignoriert, dies auf Backpapier zu tun… das würde ich euch jedoch ans Herz legen, denn wie bekommt man sonst Teig A auf Teig B? Tja, das war schon eine ganz schöne Tortur und glich einer akrobatischen Meisterleistung 😀 Die entstandenen Löcher habe ich unauffällig geflickt und war dann doch ganz zufrieden damit. Sind beide Teigflächen aufeinander, fängt man von einer zur anderen Seite an, ihn zu rollen, bis man eine einzige Teigrolle entstanden ist. Diese wird wieder in Frischhaltefolie eingewickelt und darf nun für 20 Minuten in den TK-Schrank.

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Da ich nun Zeit habe, widme ich mich dem Teig für die Engelsaugen, der später auch noch kurz in den Kühlschrank darf. Das Rezept ist sehr einfach und man musst tatsächlich nicht viel beachten. Zuerst wiege ich die Zutaten ab (Butter, Zucker, Vanillezucker, Salz, Eigelbe, Vanilleextrakt, Mehl, Stärke, gemahlene Mandeln) und lasse sie – beginnend mit Butter und Zuckersorten, die ich vorher schaumig schlage – zu einer Teigmasse kneten. Leider habe ich zu spät gesehen, dass die 2 EL Milch, die in der Zutatenliste stehen, nicht in den Teig kommen, sondern zum Bestreichen genutzt werden… ist aber nicht weiter schlimm, der Teig wurde auch so etwas 😉 Ist der Teig eine gleichmäßige Masse, darf sie in Frischhaltefolie eingewickelt für rund 30 Minuten in den Kühlschrank.

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Das passt mir sehr gut, weil ich mich nun wieder dem Schwarz-Weiß-Gebäck widmen kann 🙂 Das durfte nun 20 Minuten im TK-Schrank frieren und kommt nun raus. Den Ofen heize ich nun auf 180 °C vor und schneide die Teigrolle in ca. 1 cm dicke Scheiben. An dieser Stelle möchte ich abweichend vom Rezept erwähnen, dass mein Teig auch nach den 20 Minuten noch viel zu weich war, sodass er weitere 10-15 Minuten in den TK-Schrank musste. Ist aber nicht schlimm, so habe ich kurz Zeit für eine Tasse Kaffee. Ist euer Teig also noch zu weich zum Schneiden, einfach noch mal ab in die Kälte. Ist aber alles gut, dann dürfen die Kekse nun auf ein Backblech (mit Backpapier drunter!) und ab in den Ofen für ca. 12-15 Minuten. Ich orientiere mich immer an der Optik, da jeder Ofen anders heizt – bei mir waren es tatsächlich 15 Min. Zum Abkühlen kann man sie gut auf ein Backgitter legen, aber auf jeden Fall auf einen geraden Untergrund, damit sie nicht verbiegen. Voilà – es darf genascht werden!

Nun sind auch schon die Engelsaugen dran. Dafür erhitze ich auf niedriger Stufe Erdbeermarmelade in einem Topf. Man kann hier aber auch gut Preiselbeer- oder Himbeermarmelade nehmen, je nach Geschmack 🙂 Während die Marmelade heiß wird, forme ich den Teig in walnussgroße Kügelchen und verteile sie mit etwas Abstand auf einem Blech (ebenfalls Backpapier drunter, sonst kann das eine große Sauerei werden!). Dann drücke ich mit einem kleinen Stößel – oder gerne auch mit dem Daumen – in der Mitte eine Kühle hinein. An dieser Stelle empfiehlt es sich, den Mann mit einzuspannen. Während ich nämlich fröhlich die Teigkügelchen eindrücke, bepinselt er netterweise die Ränder der bereits zerdrückten Teigteilchen mit einer Ei-Milch-Mischung (ja, hier war die Milch eigentlich eingeplant 😀 ). Sind alle eingedrückt, fange ich bei den fertig bestrichenen Teilen an, die heiße Marmelade einzufüllen. Das funktioniert sehr gut mit einem Teelöffel, der in meinem Fall sogar die perfekt Menge Marmelade einteilt. Sind alle gefüllt, dürfen sie das Schwarz-Weiß-Gebäck im Ofen ablösen und dort für ca. 10 Minuten bei 180 °C backen. Auch hier empfehle ich, nach Augenmaß zu gehen, denn zu dunkel sollen sie ja nicht werden.

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Schlussendlich widme ich mich nun den Vanillekipferln – die Lieblingen des Mannes. Diese gehen schnell und benötigen keine Ruhezeit. Zu allererst fummele ich das Vanillemark aus der Vanilleschote, damit es gleich schneller geht. Dann fange ich mit der weichen Butter und dem Vanillezucker an (Achtung, hier nur die Hälfte nehmen! Die andere Hälfte wird nach dem Backen eingebaut), die in einer Schüssel schaumig geschlagen werden. Anschließend gebe ich Mehl, gemahlene Mandeln und das Vanillemark hinzu und lasse alles von der Maschine mit dem Flachrührer zu einer Masse kneten. Dann geht es auch schon ohne Pause weiter und der Teig darf auf einer bemehlten Fläche weiter verarbeitet werden. Dazu entnehme ich dem Teig ca. walnussgroße Teigstücke, die ich zu den typischen Hörnchen forme und mit etwas Abstand auf einem Backblech verteile.

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Sind die Engelsaugen fertig, lösen die Vanillekipferl sie ab, die dann bei 170 °C für ca. 10-15 Minuten in den Ofen dürfen. Die Engelsaugen währenddessen kurz abkühlen lassen und dann – mein Tipp für eine bessere Optik, aber kein Muss – mit etwas Puderzucker bestäuben. Ich muss ja nicht extra erwähnen, das der eine oder andere Keks bis hier hin probiert werden darf… immerhin könnten sie ja ungenießbar sein 😛

Nun fehlen nur noch die kleinen Kipferl. Bevor ich sie aus dem Ofen hole, vermische ich in einer kleinen Schale den restlichen Vanillezucker und den Puderzucker. Nun kommen die Vanillekipferl aus dem Ofen. Nach einer wirklich kurzen Abkühlungen müssen sie vorsichtig (!! Achtung, sehr heiß !!) in der Vanille- und Puderzuckermischung geschwenkt werden.

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Puh, das war ein Backmarathon! Nachdem ich das Chaos in der Küche beseitigt und die Katzen vom Mehl befreit habe, mache ich mich nun ruhigen Gewissens ans Vertilgen der sündhaften Kekse – Guten Appetit und einen schönen 3. Advent euch 🙂

 

Das Fazit – Wer hat das Rennen gewonnen?

Erst einmal muss ich sagen, dass alle drei Kekssorten sehr lecker sind und eine schöne Alternative zum typischen Ausstechen von Mürbeteigkeksen. Alle drei Rezepte sind leicht zuzubereiten und machen keine außergewöhnlichen Zutaten erforderlich (bis auf die Vanilleschote evtl.).

Das Schwarz-Weiß-Gebäck war dem Rezept meiner Oma sehr ähnlich und von der Zubereitung definitiv machbar. Leider war die Kühlzeit nicht ausreichend (der Teig war zu weich zum Schneiden) und die Kekse nach dem Ausbacken (und sie waren nicht verbrannt oder so) selbst wirklich sehr hart – da braucht man schon ein gutes Gebiss. Das Rezept meiner Oma ist von den Zutaten irgendwie passender und das Ergebnis nicht so hart. Also, Punkt für die Omi!

Die Vanillekipferl waren ebenfalls leicht und schnell zuzubereiten. Die Zutaten unterschieden sich jedoch, da meine Oma keine Vanilleschote, sondern „nur“ Vanillezucker verwendete. Durch die Schote ist der Vanillegeschmack jedoch deutlich natürlicher und frischer. Auch die Konsistenz der Kekse war nicht zu bröselig, sodass diese Kipferl – sorry, Oma – etwas besser schmeckten. Der Punkt geht also an Kitchen Stories!

Die Engelsaugen sind von der Zubereitung etwas aufwendiger (Kügelchen Formen, Kuhlen rein, bestreichen, Marmelade rein…), aber auf jeden Fall ohne viel Erfahrung machbar. Meine Oma hat ein ähnliches Rezept – nennt sich Ischerplätzchen bzw. Spitzbuben – das aber nicht direkt vergleichbar ist. Das Rezept von Kitchen Stories ist jedoch wirklich sehr lecker und von nun an definitiv einer meiner Weihnachtsfavoriten!

Der Punktestand ist also – zum Glück – ausgeglichen und drei leckere Kekssorten eine tolle Idee für die Weihnachtszeit. Wenn ihr Fragen zu den Rezepten von Kitchen Stories oder meiner Oma habt, schreibt uns gerne über das Kontaktformular 🙂 Ich mache mich nun ans Naschen!

 

 

von Juliane

 

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