American Apple Pie – Das Wundermittel an verregneten Sonntagen

Es ist Sonntag und es regnet. Ich habe schon fünf Folgen Sherlock Holmes auf Netflix geschaut und viel zu viel Kakao getrunken. Die Katzen sind bereits überkuschelt und wollen endlich ihre Ruhe. Der Mann hat sich ebenfalls verkrümelt. Was mache ich da nun? Mmh… Richtig, backen 😀

 

Was man am Sonntag halt so macht…

Seit einer Ewigkeit wollte ich auch mal so einen Pie ausprobieren. Ich habe schon viele Videos von blubbernden Frucht-Pies gesehen, über Pinterest dutzende Fotos auf meiner Pinnwand gepinnt, oder in einem Café der Versuchung nachgegeben. Nun wollte ich mich also selbst einmal daran versuchen 🙂 Wann geht das besser, als an einem verregneten Sonntag? Genau, perfekter wird es nicht!

Wie üblich habe ich meine digitale Sammlung von Rezepten durchstöbert und bin bei Kitchen Stories fündig geworden. Zum einen liebe ich Äpfel im Kuchen und habe immer welche vorrätig. Zum anderen isst der Mann nur Kuchen mit Obst und man kann an einem Sonntag schlecht frisches Obst einkaufen. Es musste also ein Pie her, für den ich alles da habe. Darf ich nun voll Vorfreude vorstellen: der Amercian Apple Pie! Damit war das Ziel also gesetzt – es fehlt nur noch der Weg 🙂

Perfekt Unperfekt_APie1

Das Rezept

400 g Butter
520 g Mehl
1 Ei
½ TL Salz
170 g Zucker
60 ml Wasser
8 Äpfel
½ Zitrone
½ TL Zimt
¼ TL Muskatnuss
100 g brauner Zucker

 

Um sicher zu gehen, dass ich alles da habe, sammle ich vorab alle Zutaten zusammen. Anstelle der 8 Äpfel habe ich nur noch 6 Stück, was aber sicherlich nicht ganz so schlimm ist (im Nachhinein sogar sehr gut – mehr dazu im Fazit 😉 ). Auch die halbe Zitrone fehlt mir, aber Zitronenkonzentrat verdünnt mit Wasser sollte es tun. Anstelle einer Pie-Form, die ich als Pie-Unerfahrene noch nicht habe, nehme ich einfach eine Tortenbodenform – die sollte es auch tun. Nun heißt es: auf den Kuchen, fertig, los!

 

Die Zubereitung, ein Erlebnis!

Zu allererst mache ich mich an den Teig, da dieser laut Rezept eine Stunde im Kühlschrank auskühlen muss. Ich wiege also 500 g Mehl (Weizen, Typ 405) und 120 g Zucker ab, gebe Salz dazu und befördere 360 g gewürfelte Butter ebenfalls in die Schüssel (nicht wundern: die Mengen weichen vom o.g. Rezept ab, da der Rest später zum Einsatz kommt 😉 ). Nun trenne ich noch das Ei, von dem nur das Eigelb in die Schüssel darf. Das Eiweiß bitte nicht entsorgen, da es wird später noch benötigt wird! Ist alles brav in der Schüssel, mischt meine Kitchen Aid die Zutaten mit dem Flachrührer auf Stufe 2, bis ein krümeliger Teig entstanden ist. Dann folgen 60 ml Wasser, welches ebenfalls untergerührt wird, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist. Zu einer Kugel geformt und in Frischhaltefolie gewickelt – das mache ich, nicht das Maschinchen 🙂 – darf der Teig nun eine Stunde im Kühlschrank verbringen. Während er entspannt, wasche ich schnell ab 🙂

In der verbleibenden Zeit kümmere ich mich nun um die Äpfel. Die werden geviertelt, entkernt und dann in Scheiben geschnitten. Da ich nur 6 statt 8 Äpfel habe, spare ich mir so ein wenig Arbeit. Anschließend gebe ich die Apfelscheiben in eine Schüssel und füge 2 EL Mehl, Muskatnuss, Zimt hinzu sowie den braunen Zucker hinzu. Die 50 g normalen Zucker lasse ich an dieser Stelle weg, da ich anstelle der säuerlichen Äpfel nur süße Äpfel verarbeiten kann und somit etwas Süße einsparen möchte. Nun noch ca. 50 ml vom Zitronenkonzentrat-Wasser-Mix hinzu und alles gut mischen. Ab damit an die Seite und den Ofen auf 180 Grad vorheizen… ich muss mich nun dringend um den Teig kümmern!

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Dieser wird nun in zwei Teile geteilt und jeweils flach ausgerollt, sodass er nicht zu dick und vor allem größer als die Pie-Form ist. Etwas Mehl in die Tortenbodenform und dann vorsichtig mit dem Mann eine Teiglage in die Form einlassen. Den Teig drücke ich nun vorsichtig fest und entferne den überschüssigen Teig – die Teigreste können später für Verzierungen genutzt werden, daher nicht entsorgen 🙂 Anschließend lege ich Backpapier drauf und nutze zum Beschweren anstelle von Backkugeln – die ich nicht habe – einen runden Topfuntersetzer aus Holz… ganz nach dem Motto: was nicht passt, wird passend gemacht 😛 Anschließend kommt das „Konstrukt“ für 10 Minuten in den Ofen.

Nach Ablauf der Zeit hole ich die Form wieder heraus – achtung, das ist schon verflucht heiß – und entferne Holzbrett und  Backpapier. Jetzt wird es ernst: es geht an die Füllung! Dazu verteile die erst einmal vorbereiteten Äpfel gleichmäßig auf dem Teig. Schließlich kommt auch die restliche Butter (40 g, um es genau zu nehmen) zum Einsatz, die oben ausgespart wurde. Sie wird in dünne Scheiben geschnitten und auf der Apfel-Mischung verteilt. Nun senke ich feierlich die zweite Teigdecke auf der Füllung, drücke den Rand vorsichtig fest und entferne den überschüssigen Teig. Den Überschuss plus die Reste von vorhin rolle ich erneut aus und steche sie mit einem Schnapsglas kleine Kreise aus. Die lege ich dann überlappend einmal rundherum am Rand aus, damit die „Haube“ etwas hübscher aussieht. Zum Schluss kommt nun noch ein fingerbreites Loch in die Mitte, damit die Hitze beim Backen entweichen kann. Das süße Wunder darf jetzt noch für ca. 55 Minuten in den Ofen und danach natürlich warm verspeist werden 😉

Da bleibt mir nur noch zu sagen „Guten Appetit!“

 

Das Fazit

Ich war ja schon etwas nervös, muss ich zugeben. Als Pie-Neuling kam mir vorab alles recht kompliziert vor… so ein Pie sieht einfach klasse aus und war irgendwie in meinem Kopf abgespeichert unter „Schwierigkeitsgrad: Lass es lieber“. Im Nachhinein kann ich erleichtert feststellen, dass keine Katastrophe passiert ist – und allein das ist schon ein Erfolg 🙂

Trotz der Anpassungen hinsichtlich Rezept und Ausstattung (weniger Äpfel, keine frische Zitrone, weniger Zucker, Tortenbodenform,…) bin ich mehr als zufrieden. Ich war beim Genießen des noch warmen Pies einfach im Kuchen-Himmel 😀 Diese warme Apfel-Zimt-Mischung im dünnen Teig schmeckt wirklich großartig und ist perfekt für die Vorweihnachtszeit.

Ich würde jedoch beim nächsten Mal – und das wird es auf jeden Fall geben – zwei Kleinigkeiten anders machen:

(1) Ich hatte nur süßliche Pink Lady Äpfel zuhause. Ich habe zwar weniger Zucker genutzt, dennoch ist die Füllung des Pie durch die Äpfel recht süß. Also beim nächsten Mal würde ich eher zu Granny Smith Äpfeln greifen, damit mehr Säure in die Füllung kommt.

(2) Auf jeden Fall werde ich mir vorher eine Pie Form kaufen! Zwar klappte das Backen mit der Tortenbodenform, jedoch war es aufgrund der Vertiefung am Rand etwas schwierig die Stücke aus der Form zu bekommen. Eine Pie-Form hat ja einen glatten und durchgehenden Boden, sodass es damit einfach wird.

Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau, denn ich bin überglücklich mit dem Ergebnis und traue mich demnächst – Achtung Spoiler – an einen Pie mit roten Früchten und einer fancy Verzierung auf der Decke 😛

Also, ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren! 🙂

 

 

von Juliane

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