FeetUp-Workshop mit Bianca von BeYogi

Es gibt so Tage da läuft einfach nichts wie es soll. Samstag war für mich so ein Tag. Am Nachmittag hatte ich endlich mal wieder einen Yoga-Workshop geplant. Seit ich lehrerlos bin, versuche ich möglichst viele Workshops mitzunehmen um mir so verschiedene Yogastudios anzuschauen. Diesen Samstag sollte es in die Nordstadt in den Yogahof gehen. Vorher wollte ich aber unbedingt noch in die Schlafzimmerei um mir ein neues Kissen zu besorgen. Also einmal ganz aus dem Norden ganz in den Süden und von da in die Innenstadt. Mit dem Fahrrad versteht sich. Wenn ich 2 Stunden vorher losfahre, sollte das ganz entspannt laufen.

Auf Umwegen zum Yoga-Workshop

Fehler Nummer 1: ich fahre 15 Minuten später los als geplant. Durch meine Trödelei muss ich mich jetzt ein bisschen beeilen, ist aber kein Drama. Ich kenne den Weg ja prinzipiell, da muss ich nicht so häufig anhalten im auf das Handy zu schauen. Fehler Nummer 2: ich verfahre mich. Und zwar so richtig. Irgendwo bin ich falsch abgebogen und bin mitten in einem Wohngebiet gelandet. Trotz Handy-Unterstützung kann ich ums Verrecken nicht erkennen in welche Richtung ich fahren muss. Irgendwie bringen mich alle Korrekturen nur noch tiefer rein. Am Ende finde ich jemanden den ich nach dem Weg fragen kann und kämpfe mich aus dem Labyrinth. Durch diese Aktion habe ich aber weitere 15 min verloren und bin jetzt 30 min zu spät. Jetzt wird es langsam knapp, ist aber noch machbar. Den restlichen Weg zur Schlafzimmerei bin ich immerhin schon einmal gefahren, das sollte jetzt nicht weiter schwierig sein. Fehler Nummer 3 ist eigentlich kein Fehler aber dafür gefühlsmäßig eine mittlere Katastrophe. Kurz hinter dem Südschnellweg springt meine Kette runter. Das kann jetzt nicht wahr sein! Ich bin mitten im nirgendwo und steht bedröppelt auf der Straße. Für einen kurzen Moment überlege ich den Mann anzurufen, damit er mich abholt und ich den Tag für gelaufen erkläre. … Nee! … Ich reiße mich jetzt zusammen. Ich habe schließlich schon mal dabei zugeschaut, wie der Mann die Kette wieder drauf bekommen hat, so schwer kann das nicht sein. Das klappt dann sogar tatsächlich, dafür habe ich jetzt total dreckige Hände zum Glück aber nur 5 Minuten verloren. Egal, ich bin fast bei der Schlafzimmerei. Ich hol mir jetzt das Kissen. Ich komme also abgehetzt und dreckig dort an und habe maximal 5 Minuten um mir ein Kissen auszusuchen. Erstmal darf ich im Laden Hände waschen (Danke nochmal, ihr seid echt die Besten!). Der Superazubi baut in Windeseile meine Lattenrosteinstellungen nach. Innerhalb von wenigen Minuten haben wir das Kissen dann tatsächlich ausgesucht. Während der Bezahlung überlege ich laut, wie ich denn innerhalb von 30 Minuten in die Nordstadt kommen soll. Den Weg kenne ich überhaupt nicht, verfahren ist vorprogrammiert. Das schaffe ich doch nie im Leben pünktlich. Ich überlege​ schon ob es hier wohl Taxen gibt. Da sagt der Superazubi, fahr doch mit der Bahn. Natürlich, die Bahn! Ihr Verrückten! Auf die Idee bin ich ja überhaupt nicht gekommen. Ich lasse mein Rad an der Haltestelle stehen, sprinte zum Fahrkartenautomaten – und scheitere am Ticketkauf. Der Automat nimmt keine Scheine und auch keine EC-Karten. Was jetzt? Hinter mir fährt die Bahn ein. Ich springe einfach rein. Ein paar Stationen und ein super schlechtes Gewissen später hüpfe ich wieder raus und kaufe mir ein Ticket. Bei meinem Glück würde ich heute auf jeden Fall kontrolliert werden. Ich bekomme die nächste Bahn, umsteigen klappt auch und an Ende bin ich sogar 5 Minuten zu früh im Yogahof. Was für ein Tag. Statt schön entspannt zum Yoga zu gehen, bin ich total aufgedreht und ziemlich fertig. In solchen Momenten kann es helfen die Perspektive zu wechseln.

Die Perspektive wechseln mit den FeetUp Hocker

Zum Glück wollte ich genau da heute tun – die Perspektive wechseln. Umkehrhaltungen sind im Yoga eine wunderbare Gelegenheit genau das zu tun. Eine Lehrerin hat mal erzählt, dass durch Umkehrhaltungen  die Lebensuhr zurück gedreht wird. Das finde ich einen netten Gedanken. Sicher hat jeder so seine Lieblingsumkehrhaltung. Bei mir ist es der Schulterstand. Das liegt zum einen daran, dass sich das für mich völlig natürlich anfühlt, aber auch daran, dass ich ein ziemlicher Schisser bin. Beim Handstand trauen sich meine Beine nicht hoch genug und beim Kopfstand habe ich immer Angst, dass ich umfalle und mir das Genick breche oder sowas. Ziemlich existentielle Ängste. Für mich also derzeit nur Schulterstand. Aber es gibt ja Hilfe für Angsthasen wie mich. Und zwar in Form des FeetUp Hockers. Das Teil erinnert ein bisschen an einen Gebärstuhl nur ohne die Lehne 😂. Die Verwendung ist allerdings sehr anders. In dem U-förmigen Hocker werden auf den gepolsterten Seiten bequem die Schultern abgelegt, damit der Kopf nach unten baumeln kann. Wenn man jetzt noch die Beine in die Luft nimmt, hat man auch schon eine Umkehrhaltungen. Und das ohne dass dabei das Genick in Gefahr gerät. Seit meine Yogalehrerin Bilder mit ihrem Hocker gepostet hat, wollte ich das Teil ausprobieren.

Kopfstand im FettUp Hocker – so sieht es aus. Quelle: feetup.eu

FeetUp Workshop mit Bianca von BeYogi

Bianca vom Yogastudio BeYogi aus Langenhagen hat dazu im Yogahof einen Workshop veranstaltet. Die Hocker hat sie im Gepäck, für jeden Teilnehmer einen, so dass ausreichend geübt werden kann. Man kann den FeetUp Hocker aber nicht nur für Umkehrhaltungen nutzen, sondern auch in die normale Praxis einbauen. Wie das geht zeigt Bianca uns u.a. anhand von Sonnengrüßen. So haben wir die Möglichkeit mit dem Hocker vertraut zu werden. Mich erstaunt die Stabilität des Geräts. Ich hatte es mir tatsächlich wackeligen vorgestellt, so wenig Material wie verbaut ist. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Während der gesamten Praxis rutscht oder wackelt da überhaupt nichts. Diese Aufwärmung mit dem FeetUp ist eher nicht so meins. Das fühlt sich irgendwie geriatrisch an. Vielleicht probiere ich das nochmal, wenn mich der Rücken zwickt ich eine Bewegungshilfe gut gebrauchen kann. Aber den Großteil der Stunde verbringen wir natürlich auf dem Kopf! Zuerst üben wir in 2er-Teams und an der Wand was super ist um ein Gefühl dafür zu bekommen wie es aussieht und sich anfühlt wenn man im Hocker hängt. Ich hatte durch meine nette Unterstützung auch keine Angst überzukippen. Vor dem Workshop hatte ich irgendwie bedenken, dass mir die Kraft im Core fehlen würde. Mit ein Grund warum ich Umkehrhaltungen nicht gerne praktiziere. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Gut so, irgendwann muss sich eine regelmäßige Praxis ja auch auszahlen! So falsch kann man sich einschätzen, wenn man Angst vor etwas hat… Nach einer Weile üben wir dann auch alleine und fernab der Wand und können ein bisschen rumprobieren. Ein bisschen mit den Beinen rumhampeln, ein paar Splits. Das macht so viel Spaß! Ich habe am Ende sogar versucht den Hocker loszulassen und die Arme an den Körper zu nehmen – besser nicht! So richtig entspannt war ich nach der Stunde trotzdem nicht, dafür aber total euphorisch. Vor allem weil ich noch so aufgedreht war, dass für mich Spaß vor Konzentration ging. Während der Stunde dachte ich die ganze Zeit „Cool, ich steh auf dem Kopf, guck mal was ich kann!“ Spaß muss eben auch mal sein. Man darf nicht immer alles so ernst und verbissen sehen. Das gilt übrigens auch im Yoga.

Bianca auf dem FeetUp. Quelle: beyogi.de

Das Fazit

Ich liebe den FeetUp! So viel Freude hat mir eine Yogastunde lange nicht mehr gemacht. Umkehrhaltungen machen so viel Spaß, die sollte man auf keinen Fall auslassen. Wenn man ein Angsthase ist wie ich, dann eben mit dem Hocker. Die Entspannung stellt sich dabei sicher von alleine ein, wenn man nicht unbedingt einen Tag wie ich hatte. Auf die Hände, Füße hoch!

 

 

von Claudia
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