Dublin 3.0 – Schönes Irland

Wie versprochen melde ich mich erneut – und leider ein letztes Mal – aus Irland zurück. Auch nach zwei Wochen wurde mir in Dublin ganz und gar nicht langweilig, denn diese Stadt hat so unheimlich viel zu bieten.

Aber wie sieht eigentlich der Rest von Irland aus? Etwa wirklich wie in den Filmkulissen von GoT & Co.? Da ich mir den Weg übers Wasser ja einmal gemacht hatte, wollte ich natürlich auch mal raus aus Dublin. Ich saß also abends mit meiner wirklich tollen Gastfamilie auf dem Sofa – wir haben Grease geguckt, der Film geht immer – und sprach so über die Pläne meiner verbleibenden Tage. Da gaben sie mir den tollen Tipp, dass ich doch nach Bray fahren könne, einem kleinen Städtchen ca. 30 Minuten mit dem Zug von Dublin entfernt und direkt am Meer gelegen. Da klingelte es bei mir, da meine nette Flugzeugbekanntschaft (und zufälligerweise meine ehemalige Hausärztin) vom Cliff Walk im idyllischen Bray erzählt hatte. Zudem erzählte mir meine Gastfamilie von einer jährlichen Flugshow direkt am Strand, dem sogenannten „Bray Air Display“. Diese war sogar am kommenden Wochenende, sodass ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen konnte!

 

Bray – Auch mal raus aus Dublin

Die Reiseplanung nach Bray war schnell und einfach erledigt. Es fährt nur ein Zug in diese Richtung – ähnlich wie unsere S-Bahn, die das Umland von Hannover abdeckt. Ich bin also nach einem kleinen Frühstück von den Docks zur Pearse Station gelaufen, habe mir mein Return Ticket gekauft und dann auch schon direkt in den Zug gehüpft. Auf dem Weg fährt man direkt am Meer entlang – eine tolle Aussicht! Da die Anzeige zwischen Englisch und Gälisch wechselt, sollte man unbedingt darauf achten, wann man aussteigen muss, da beide Sprachen nur wenig Ähnlichkeit miteinander haben (ich spreche da aus Erfahrung).

In Bray angekommen fand ich mich tatsächlich in einem idyllischen kleinen Städtchen mit Steinstrand wieder.

Dublin3.0_Bray

Nach einem Snack am Strand habe ich mich dann auf den Weg zum Cliff Walk gemacht, einem ausgiebigen Spaziergang von rund 7 km. Dann ging es zurück zum Strand, um ein gemütliches Plätzchen für die Show zu sichern. Mittlerweile hatte sich dieser jedoch gefüllt und die ganze Strandpromenade in einen Rummel verwandelt – verrückt!  Das Mittagessen war also gesichert 😀 Zu Beginn der Flugshow wurde der Strand natürlich rappelvoll! Die Show war aber auch wirklich fantastisch 🙂 Von großen Maschinen, über wendige Flieger im Quartett zu großen Rettungshubschraubern war alles dabei. Toll war vor allem, dass sie sehr tief über den Strand geflogen sind, sodass man die Größe bzw. Wendigkeit bspw. bei Loopings bestaunen konnte. Der Weg dorthin hatte sich also auf jeden Fall gelohnt. Ich habe mich jedoch – zum Glück, wie sich später rausstellte – noch vor Ende der Show auf den Rückweg gemacht, da ich nicht in einem überfüllten Zug zurückfahren wollte und gefühlt halb Dublin in Bray war. Zu diesem Zeitpunkt war  es schon ziemlich voll und nach mir strömten die Massen zum Gleis. Ich ergatterte den gefühlt letzten Sitzplatz und fuhr mehr oder weniger gemütlich nach Dublin zurück. Also alles in allem ein wirklich gelungener Tag! (bis auf den Sonnenbrand vielleicht 😀 )

 

Galway – Ab an die Westküste

Bei meiner To-do-Liste für Irland durfte eine Stadt auf keinen Fall fehlen: Galway! Ich habe schon so viel von dieser Stadt gehört – die Claudia kann’s bestätigen – und wollte unbedingt dorthin. Außerdem: wenn Ed Sheeran davon singt, dann muss es dort doch gut sein 😉

Ich habe also meine Freundin Kira geschnappt und der Trip nach Galway war schnell organisiert. Während sie uns ein nettes B&B gebucht hat, habe ich mich über Irish Rail um Zugtickets gekümmert – bequem online über’s Smartphone möglich. Der Zug fuhr in unserem Falle dann am nächsten Tag nonstop von der Heuston Station (zu der wir morgens von den Docks lockere 4 km zu Fuß gelaufen sind 😀 ) innerhalb von 2 ½ Stunden nach Galway.

Dublin3.0_Galway

Dort angekommen hatten wir wirklich Glück: die Sonne schien und es war kaum ein Wölkchen am Himmel. Wir sind also mit unserem „leichten Gepäck“ (geht das bei Frauen überhaupt?) losgestiefelt zur 3 km entfernten Unterkunft, um dort unseren Kram loszuwerden und schon einmal einzuchecken. Die Schlafmöglichkeiten in Galway sind leider recht schnell recht teuer, sodass wir uns für ein etwas außerhalb liegendes Guesthouse entschieden haben. Leider klappte unsere Abstimmung mit der Eigentümerin nicht so gut, sodass wir später noch einmal wiederkommen mussten. Währenddessen sind wir wieder in die Innenstadt und haben uns die Sehenswürdigkeiten von Galway angeschaut. Diese liegen recht zentral und kompakt beieinander, sodass wir sozusagen von einem zum nächsten gestolpert sind. Wirklich niedlich und gemütlich ist vor allem die Fußgängerzone in der Innenstadt. Sie besteht aus kleinen Gassen mit bunten Fassaden und vielen kleinen Cafés, Restaurants und Pubs – so, wie man es sich eben vorstellt!

Natürlich mussten wir abends auch die Pubs unsicher machen. Das Highlight war auf jeden Fall „The Quay’s“, ein großer Pub auf mehreren, ineinander verschobenen Ebenen – großartig! Wie in vielen Pubs wurde dort natürlich Live Musik gespielt, was zur Atmosphäre ganz klar beitrug. Wir sind daraufhin noch in mehreren Pubs im Stadtkern gewesen, waren hier aber wohl am längsten. Es lohnt sich also 🙂

Am nächsten Tag haben wir uns dann noch einmal den Hafen und die Docks angeschaut und sind zum Strand hoch in Richtung Salthill gelaufen. Dann ging es auch gegen Mittag mit dem Zug zurück nach Dublin. Galway war also ebenfalls ein wirklich gelungener Trip und auf jeden Fall ein Pflichtpunkt auf einer Irlandreise!

 

Irish Dance – Irische Kultur hautnah

Während meiner Zeit in Dublin hatte ich – neben dem tollen Wetter – auch Glück mit einer Veranstaltung, die ich über den TV schon als kleines Kind gefühlte 100 Male geschaut habe. Seit langer Zeit ist nämlich Riverdance wieder zurück in Dublin… wenn das mal kein Zufall ist 🙂 Ich habe es jedenfalls so gehen, als Kira mir beim Shoppen in der Grafton Street davon erzählte. Den Plan, in fünf Tagen in die Show zu gehen, habe ich dann kurzerhand gekippt 😀 Spontan sind wir also in einem Affenzahn zur Kasse vom Gaiety Theatre gerannt, um noch Restposten der Show zu bekommen, die in 10 Minuten starten sollte. Mit mehr Glück als Verstand haben wir glatt noch zwei Tickets bekommen, die jemand nicht abgeholt hatte und die nun nur noch die Hälfte kosteten! Da haben wir natürlich nicht lange überlegt und haben uns die Tickets geschnappt. Wir sind also die Treppen hochgerannt, um schnell noch unsere Plätze zu finden. Zum Glück gab es da nettes Personal, die uns dorthin brachten. Wir hatten jedoch nicht damit gerechnet, WO wir saßen: auf der Empore, mittig in der ersten Reihe! Wir haben uns Freude über diese spontane Aktion und unser Glück nicht mehr eingekriegt. Gerade, als wir saßen, begann auch schon die Show, die einfach atemberaubend war! Irish Dance ist wirklich verrückt und klasse anzusehen. Die Tänzer sind so unheimlich gut und die Choreographie wahnsinnig schnell – Hut ab dafür.

Völlig euphorisch von diesem Erlebnis erzählte mir Kira wenig später von ihrem Tanzlehrer, bei dem sie seit ca. einem Jahr selbst Irish Dance lernt und der ebenfalls in Dublin für einen Instructor Course war. Wenige Tage später sollte von seinem Kurs aus ein Irish Dance Abend stattfinden, bei dem Irische Ceilis auf dem Programm standen. Wir wurden netterweise eingeladen und sind der Einladung natürlich nachgekommen. Ich bin also meinen üblichen Weg in die Stadt gelaufen, um von dort den Bus Richtung Ballinteer zur Tanzschule zu nehmen. Bis dato bin ich ja nur zu Fuß unterwegs gewesen, sodass ich keine Erfahrung mit den Bussen hatte… also die Busfahrer fahren ja wie Henker! Ich war etwas an die 40 Minuten mit dem Bus unterwegs und bin gefühlt da drin gestorben 😀 Für meine Nerven war das eine Zerreißprobe. Dort angekommen, haben wir uns in unsere Sportklamotten geschwungen und dann wurde auch schon das Tanzbein geschwungen. Anfangs sind die traditionellen irischen Volkstänze als Anfänger schwer mitzutanzen. Der Rhythmus und die Schrittfolge sind doch schon recht schnell und für uns Deutsche irgendwie untypisch. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ging es aber und die Tänze wurden immer komplexer zu interessanten Formationen – Spaß pur! Unheimlich anstrengend, aber absolut empfehlenswert! In Irland Irish Dance zu tanzen, das hatte irgendwie was 🙂

 

Goodbye Ireland!

Alles ist irgendwann zu Ende – leider auch meine Zeit in Irland, an die ich mich sicherlich oft zurückerinnern werde. Mein Fazit von dieser Reise ist durchweg positiv:

Dublin ist einfach wundervoll, bunt, lebhaft, vielfältig, voll und oft auch laut. Die (vielen) Leute dort sind sehr nett und durch die internationalen Besucher sehr offen. Das Stadtbild, welches zwischen den bunten, mit Blumen behangenen Fronten der Pubs und alten, historischen Gebäuden wechselt, ist einfach spannend und so, wie ich mir Dublin vorgestellt habe. Meine Gastfamilie war unglaublich herzlich, zum knuddeln und hat es geschafft, dass ich mich zuhause fühle. Danke, Gosia und Sophie! Den Einblick, den ich vom Rest Irland – wenn auch ausbaufähig – erhaschen konnte, war definitiv lohnenswert. Die grünen Weiten, bunten Blumenfelder und die vielen Pulloverschweine (Schafe) ergeben ein tolles Bild, während man mit dem Zug quer durch Irland düst.

Ich werde im kommenden Jahr noch einmal nach Irland fahren – diesmal darf mein Mann sogar mit 😉 Dann stehen sicherlich die Cliffs of Moher, ein Besuch bei meiner Gastfamilie und noch einige andere Ziele auf dem Plan. Aber auch an dieser Stelle ist wieder Vorsicht besser als Nachsicht! Für den Fall, dass jedoch irgendetwas Unerwartetes passiert, wollen wir wenigstens nicht auf den Kosten sitzen bleiben, weshalb wir uns gegen etwaige Eventualitäten absichern – es soll ja schließlich nichts die Vorfreude auf die nächste Reise trüben.

Die Vorfreude und die Sehnsucht ist auf jeden Fall groß. Bis bald also, Irland!

Dublin3.0_Bye

 

 

von Juliane

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